IoT in der Baubranche – 6 Beispiele aus der Praxis

INHALTSVERZEICHNIS

IoT in der Baubranche: Wie smarte Vernetzung die Bauindustrie revolutioniert

Was bedeutet IoT und was sind IoT-Geräte?

Die 5 Cs von IoT – einfach erklärt

6 Anwendungsbeispiele von IoT in der Baubranche

Herausforderungen von IoT in der Baubranche

Unser Experten-Fazit

IoT in der Baubranche
IoT in der Baubranche – © Canva

IoT in der Baubranche: Wie smarte Vernetzung die Bauindustrie revolutioniert

Die Baubranche befindet sich mitten in einer Revolution: IoT bringen völlig neue – und smarte –  Arbeitsweisen auf die Baustellen. Durch die Vernetzung von Geräten und Maschinen kannst Du Deine Prozesse optimieren, die Effizienz steigern und die Sicherheit auf Deinen Baustellen erhöhen.

Laut des Innovation-Scouting-Berichts, liegt IoT-Technologie 2023/2024 sogar auf dem dritten Platz der relevantesten Trends für die Baubranche. Platz 1 belegt KI und auf Platz 2 landete Big Data Analytics.

Schon 2021 nutzten bereits 36 Prozent der deutschen Unternehmen IoT-Technik. Besonders häufig handelt es sich dabei um Sicherheitstechnologie. Sicherheitskameras überwachen nachts die Baustelle und intelligente Türschlösser regeln personalisierte Zugänge zu bestimmten Bereichen der Logistik.

Das ist längst nicht der einzige Einsatzbereich für IoT. Wo Du die Technik auf Deiner Baustelle einsetzen kannst, erfährst Du in unserem Blogbeitrag. Mit Beispielen aus der Praxis zeigen wir Dir direkt, wo Du ansetzen kannst und auf welche Herausforderungen Du stoßen könntest, wenn Du IoT implementierst. 

Was bedeutet IoT und was sind IoT-Geräte?

Das Internet of Things (IoT) bezeichnet die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Systemen über das Internet. Diese Geräte sind in der Lage, Daten zu sammeln, zu senden und zu empfangen, sodass sie miteinander kommunizieren können.

In der Baubranche umfasst IoT eine Vielzahl von Geräten, wie Sensoren, GPS-Tracker, Drohnen oder tragbare Systeme, auch Wearables genannt, wie zum Beispiel Armbänder, Helme oder Westen. Alle Geräte sind über eine Cloud-Plattform verbunden.

Diese Geräte ermöglichen es, große Datenmengen zu erfassen und auszuwerten. Mit den Informationen können die Bauleitungen Abläufe effizienter gestalten, Probleme vorhersagen und den gesamten Bauprozess – vom Einkauf bis zur Schlüsselübergabe – besser überwachen.

Die 5 Cs von IoT – einfach erklärt

Damit Du IoT für Deine Baustelle gewinnbringend nutzen kannst, solltest Du fünf Faktoren, die 5Cs, berücksichtigen:

Konnektivität (Connectivity)

Damit Deine IoT-Geräte Daten in Echtzeit übertragen, müssen sie online sein.
Dazu benötigst Du eine durchgehend stabile Internetverbindung.

Kontinuität (Continuity)

Stelle sicher, dass Deine Datenübertragung konstant und kontinuierlich erfolgt. Unterbrechungen könnten zu Fehlinformationen oder zu Maschinenausfällen führen, die im schlimmsten Fall Mitarbeitende und Material gefährden.

Datensicherheit (Cybersecurity)

Baustellen sind potenzielle Ziele von Cyberkriminellen, die mit Ransomware-
Angriffen Lösegeld erpressen oder IoT-Geräte sabotieren wollen. Stelle
also sicher, dass die Daten, die die IoT-Geräte sammeln,vor Cyberangriffen
geschützt sind.

Koexistenz (Co-existence)

In der Baubranche kommen oft unterschiedliche Systeme und Geräte zum Einsatz. Achte beim Einkauf darauf, dass Deine Geräte miteinander kompatibel sind. Nur so funktioniert IoT reibungslos.

Compliance

Du musst dafür Sorge tragen, dass Deine IoT-Systeme den rechtlichen
und sicherheitsrelevanten Anforderungen der Baubranche entsprechen..

Einsatz von IoT in der Bauleitung
Einsatz von IoT in der Bauleitung – © Canva

6 Anwendungsbeispiele von IoT in der Baubranche

Diese Beispiele aus der Praxis zeigen, wie vielfältig und innovativ IoT-Technologien in der Baubranche eingesetzt werden können..

Inventarmanagement

Den Überblick über Materialbestände zu behalten ist eine zentrale Herausforderung in der Baubranche – gerade bei weitläufigen Baustellen. Mit IoT-Sensoren, QR-Codes und RFID-Tags an den Paletten können die Teams jederzeit Standort und Status der Materialien überprüfen und rechtzeitig Nachbestellungen veranlassen.

Sollten dann beispielsweise Ziegelsteine benötigt werden, um eine Wand zu errichten, kann die Bauleitung den genauen Standort auf einem digitalen Plan einsehen und Mitarbeitende losschicken, die das Material ohne Zeitverlust finden und einsetzen können.

Dies spart den Mitarbeitenden Zeit beim Suchen, dem Bauunternehmen Kosten und verhindert, dass Baustellen stillstehen, weil Materialien fehlen.

Sicherheit auf der Baustelle

IoT-basierte Wearables lesen die Vitaldaten aus und helfen so Unfallpotenziale am Arbeitsplatz zu verringern. Wenn beispielsweise ein IoT-Sensor am Armband eines Kranfahrers einen besonders hohen oder niedrigen Ruhepuls oder Mikrobewegungen, die aufs Dösen hinweisen, erfasst, erhält der Träger eine Warnung. Er sollte nun eine Pause einlegen, um sich zu erholen und potenzielle Unfälle zu vermeiden.

Ebenso können Smart-Cameras in Kombination mit Bewegungssensoren helfen, die Baustellen sicherer zu machen, indem sie automatisch die Umgebung überwachen und auf Unfälle oder unsichere Situationen hinweisen.

Überwachung von Umwelteinflüssen

Auf großen Baustellen können IoT-Wetterstationen entscheidend für Sicherheit und Projektfortschritt sein. Sie messen Staubbelastungen und Wetterbedingungen. Sollte der Wind stark ansteigen, warnt das System die Baustellen-Crew und schlägt Handlungsanweisungen vor, zum Beispiel das Arbeiten mit Leichtbauteilen, in luftiger Höhe oder den Kran-Einsatz zu stoppen. Material und Mensch wird geschützt.

Maschinen- und Wartungsüberwachung

Baumaschinen sind teuer und verschleißen mit der Zeit. Durch den Einsatz von IoT-Sensoren, die beispielsweise den Ölstand an Baugeräten wie Hydraulikbaggern oder Fahrmischern messen, können die Maschinen optimal überwacht werden.

Bevor also zum Beispiel der Hydraulikbagger ausfällt, kann eine Wartungsanforderung gestellt und zeitlich eingeplant werden. Die Folge? Keine teuren Ausfälle und Wartezeiten.

Fahrzeugmanagement

Ein weiterer großer Vorteil von IoT in der Baubranche ist das Fahrzeugmanagement. Bauleitungen können durch GPS-Tracking Baustellen- und Logistikfahrzeuge in Echtzeit überwachen, Diebstahl vorbeugen und mit den gesammelten Daten die Nutzung der Fahrzeuge optimieren:

Wenn ein Transporter häufig in den gleichen Streckenabschnitten lange steht, bieten IoT-Daten der Bauleitung die Möglichkeit in Echtzeit eine neue Route zu entwickeln und die Logistik zu optimieren.

Wenn eine Fahrerin oder ein Fahrer auffallend häufig tanken muss, können die Daten Aufschluss darüber geben, ob die Person möglicherweise nicht sehr kraftstoffsparend fährt. Hier sollte die Bauleitung dann nachschulen.

Ressourcenmanagement

IoT-Technologien helfen den Energieverbrauch auf Deiner Baustelle zu minimieren. Eingebaut in Beleuchtungs- und HKL-Systemen (Heizung, Klima, Lüftung) ermöglichen sie eine automatische Steuerung basierend auf Tageslicht und Belegung. Energie wird also nur dann verbraucht, wenn sie genutzt wird.

Zum Ressourcenmanagement gehört auch die Abfallwirtschaft auf Deiner Baustelle. Die fachgerechte Entsorgung verursacht Kosten; für Bauschutt zahlst Du ca. 30 bis 80 Euro pro Tonne, bei Baumischabfall musst Du bereits 150 bis 250 Euro pro Tonne blechen. IoT-Systeme helfen, den Abfall zu überwachen, zu analysieren und in Echtzeit Daten über die Menge und Art zu sammeln, die das Recycling erleichtern.

IoT-basierte Sensoren in den Bauabfallcontainern melden automatisch, wann sie voll sind, und alarmieren die Teams. Diese fordern die Abholungen dann nur noch an, wenn sie auch wirklich nötig sind. GPS-Tracker verraten den momentanen Standort der Container, was gerade bei großen Baustellen Zeit und Nerven bei der Suche spart.

Während IoT-Technologie die nötigen Echtzeitdaten liefert, wird an vielen Stellen KI benötigt, um diese auszuwerten, Muster zu erkenne und Entscheidungen vorzubereiten. Welche Risiken der Einsatz von KI in der Planung mit sich bringt und wo seine Grenzen liegen, zeigt unser Blogbeitrag „KI im Bauwesen: So bist Du bei der Branchen-Revolution dabei!“

Einsatz von IoT in der Logistik
Einsatz von IoT in der Logistik – © Canva

Herausforderungen von IoT in der Baubranche

Die Einführung von IoT-Technologie bringt nicht nur in der Theorie, sondern auch in der ganz praktischen Anwendung auf der Baustelle enorme Vorteile.

Bei der Implementierung könntest Du dennoch auf einige technische und organisatorische Herausforderungen stoßen:

  • Mitarbeitende, die mit IoT-Technologien arbeiten müssen umfangreich geschult werde. Das kostet Zeit und Ressourcen.
  • Die Integration in bestehende Systeme kann sich als schwierig herausstellen, da gerade alte Maschinen nicht immer mit IoT-Lösungen kompatibel sind.
  • Die Einführung von IoT kann zu erheblichen Initialkosten führen. Hier lohnt es sich für Bauunternehmen durchzuhalten!
  • Standorte und Vitaldaten von Mitarbeitenden sind nur zwei Beispiele für die sensiblen Daten, die IoT-Systeme erfassen. Die meisten Bauunternehmen sind noch nicht ausreichend gegenüber Cyberangriffen geschützt und müssen in Sachen Datensicherheit und Datenschutz nachrüsten.
  • IoT-Geräte benötigen regelmäßige Updates und Wartung. Gerade bei ungeschultem Personal kann das viel Zeit kosten.
  • Für den effektiven Einsatz von IoT musseine zuverlässige Internetverbindung gewährleistet werden – bei manchen Baustellen kann das ziemlich herausfordernd sein.

Unser Experten-Fazit

Ein Bauarbeiter verwendet durchschnittlich nur 30 Prozent seiner Arbeitszeit für seine Haupttätigkeit. Die restlichen 70 Prozent werden für Wege und vorbereitenden Arbeit benötigt. Die Integration von IoT in der Baubranche bietet hier enormes Potenzial für die Optimierung von Arbeitsabläufen, sodass mehr Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt.

Dazu kommt, dass der IoT-Einsatz Kosten und Zeit spart, Prozesse optimiert, die Sicherheit der Baustellen-Crew erhöht, Maschinenverschleiß verringert, weniger Ressourcen verschwendet und eine transparent macht, welche Geräte, Materialien etc. wirklich genutzt werden.

Wir als Pejano Bauunternehmung GmbH sind uns sicher: Die größte Herausforderung die Digitalisierung im Unternehmen durch IoT voranzutreiben, besteht zurzeit im Fachkräftemangel und fehlendem Know-how. Laut der PwC-Studie 2025 stimmen 85 Prozent der Baufirmen dem zu.

Dazu kommt die Finanzierung der neuen IoT-Technologien. 83 Prozent der Baufirmen beklagen einen hohen Kostendruck. Nachhaltigkeitsstandards steigen und Projekte fallen weg. Da sehen viele Bauunternehmen Neuinvestierungen kritisch.

Als Pejano Bauunternehmung GmbH empfehlen daher nicht blind auf den Trend aufzuspringen, sondern vorher gut zu überlegen und zu planen: Wo geht uns gerade die meiste Zeit mit vorbereitenden Arbeiten verloren? Wo müssen wir nachhaltiger werden? Auf welchen Ressourcen können wir aufbauen? Und vor allem: Wo bekommen wir durch IoT den meisten Mehrwert?

Die IoT-Lösung muss zu Deiner spezifischen Baustelle und den Anforderungen Deines Unternehmens passen. Wenn du Die gefunden hast, lohnt sich eine Investition. Denn: In Kombination mit KI bietet IoT großes Potenzial, die Baubranche nachhaltig zu verändern und Deine Baufirma für die Zukunft zu rüsten.

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